Der Abu Ballas-Weg. Eine pharaonische Karawanenroute durch die Libysche Wüste

Autor/in:
Author:
Frank Förster
Erscheinungsjahr:
Publication year:
2015
Reihe & Band:
Series & Number:
Africa Praehistorica 28
ISBN:
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978-3-927688-42-1
DOI:
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10.18716/hbi/ap28
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Buch:
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78 €
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Über diese Publikation:

Die Arbeit stellt Funde und Befunde einer erst 1999 entdeckten pharaonischen Karawanenroute vor, die von der ägyptischen Oase Dachla bis weit nach Südwesten in die Libysche Wüste führt und damit diesen Raum erstmalig in den Blickpunkt ägyptologischer Forschungen rückt. Die durch steinerne Wegzeichen und streckenweise sogar durch im Wüstenboden erhaltene Eselpfade gut "ausgeschilderte" Route zeichnet sich vor allem durch eine Reihe von Versorgungsstationen in Gestalt umfangreicher Deponierungen von Tongefäßen aus, die hauptsächlich Wasser enthielten. Ohne den logistisch höchst aufwändigen Aufbau solcher Ketten künstlicher "Tankstellen" wäre es zu einer Zeit, in der nur Esel, aber keine Kamele zur Verfügung standen, unmöglich gewesen, größere Karawanen mehrere 100 km durch hyperaride Wüstenregionen überwinden zu lassen. Auf Grundlage archäologischer Untersuchungen im Rahmen des Kölner SFB 389 ACACIA werden zunächst die Funde und Befunde einer gründlichen Analyse unterzogen (Teil I der Arbeit), woran weiterführende Studien einerseits zur praktischen Nutzung (Teil II) und andererseits zur möglichen Funktion und kulturhistorischen Bedeutung des Karawanenweges (Teil III) anschließen. Als wesentliches Ergebnis stellte sich heraus, dass der sog. Abu Ballas-Weg eine in pharaonischer Zeit über viele Jahrhunderte genutzte Extremroute durch die Libysche Wüste war, der offenbar wiederholt unter ganz spezifischen geopolitischen Umständen eine größere Bedeutung zukam. Zumindest zeitweise dürfte sie ab dem späten 3. Jahrtausend v.Chr. als Handelsroute gedient haben, über die subsaharische Luxusgüter wie Weihrauch, Elfenbein, Felle exotischer Tiere, wertvolle Öle und dergleichen über Dachla ins ägyptische Niltal importiert wurden, vermutlich in Kooperation mit "libyschen" Nomadengruppen. Damit stellt sie den bislang ältesten Nachweis für einen transsaharischen Handelsverkehr dar. Die Existenz der Karawanenroute beweist, dass die den Alten Ägyptern bekannte Welt keineswegs jenseits der Oasen der Westwüste endete, und erzwingt damit eine Ausdehnung des ägyptologischen Betrachtungshorizontes mindestens bis zu einem Punkt, an dem die modernen Grenzen Libyens, Ägyptens und des Sudan zusammentreffen. Pharaonische Kultur- und Handelskontakte ins Innere Afrikas und deren Auswirkung und Bedeutung auf beiden Seiten werden dabei ebenso neu zu überdenken sein wie das Ausmaß der organisatorisch-logistischen Fähigkeiten der Ägypter, diese über extreme Trockenräume hinweg ohne Kamele zu ermöglichen.

About this publication:

This book presents the finds and features of a Pharaonic caravan route, only discovered in 1999, which leads from the Dakhla Oasis in Egypt deep into the Libyan Desert, and therefore brings this area into the focus of Egyptological research for the first time. The route, well-signposted by stone markers and partially well-preserved donkey tracks, is mainly characterised by several supply stations consisting of large deposits of storage jars, most of which contained water. Without the logistically most demanding creation of such chains of artificial "filling stations" it would have been impossible to conduct large-scale caravan traffic across hundreds of kilometres through barren desert regions in a time when no camels, but only donkeys were available. Based on archaeological investigations carried out within the scope of the Collaborative Research Centre 389 ACACIA at Cologne, the finds and features are thoroughly analyzed (part I of the thesis), followed by studies on the practical use of the trail (part II), and on the possible purpose and historical significance of the caravan route (part III). As the main result it turned out that the so-called Abu Ballas Trail was an extremely difficult Pharaonic caravan route through the Libyan Desert that was used over many centuries, and repeatedly took a greater significance under very specific geopolitical circumstances. It appears to have served, at least temporarily from the late third millennium BC onwards, as a trade route in order to import luxury items – such as incense, ivory, skins of exotic animals, valuable oils, and others – from sub-Saharan regions first to Dakhla and then further on to the Egyptian Nile Valley, probably in cooperation with "Libyan" nomadic groups. The route therefore represents the earliest evidence of trans-Saharan trade currently known. Its existence proves that the known world of the ancient Egyptians did not end beyond the oases of the Western Desert. This fact therefore demands a broadening of the Egyptological scope of view at least up to the point where the modern borders of Libya, Egypt, and Sudan converge. Pharaonic contacts to inner Africa, both cultural and commercial, and their impact and significance to both sides will have to be reevaluated. The same holds true for the extent of the ancient Egyptians' capabilities, both in terms of organization and logistics, to render such contact possible, without camels, across vast arid wastes.


Inhalt:

  • Vorwort und Danksagung
  • Einführung
    1. Gegenstand, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
    2. Forschungsgeschichte
    3. Vom Abu Ballas zum Abu Ballas-Weg: Die Entdeckungen C. Bergmanns
      und die Arbeiten im Rahmen des Kölner ACACIA-Projektes
    4. Technische Anmerkungen
  • Teil I: Der Weg und seine Spuren
    1. Von Dachla zum Gilf Kebir: Eine virtuelle Begehung
    2. Fundgut und Chronologie
    3. Nachtrag: Ergebnisse der Frühjahrskampagne 2006
    4. Synthese: Die pharaonischen Nutzungsphasen des Abu Ballas-Weges
      und ihre Charakteristika aus archäologischer Sicht
  • Teil II: Die praktische Nutzung des Weges
    1. „Tankstellen“ in der Wüste: Die Funktion der Keramikdepots und die Frage
      nach den klimatisch-naturräumlichen Gegebenheiten in pharaonischer Zeit
    2. Depotkapazitäten und Transportvolumen
    3. Asinaria
    4. Zur Anlage und Verteilung der Hauptversorgungsstationen
    5. Weitere praktische Aspekte
    6. Zusammenfassung und Wertung: Aufwand und Effektivität der
      pharaonenzeitlichen Unternehmungen
  • Teil III: Funktion und Bedeutung des Abu Ballas-Weges im historischen Kontext
    1. Prolegomena
    2. Spätes Altes Reich / Erste Zwischenzeit
    3. Zur Situation während des Mittleren Reiches
    4. Zweite Zwischenzeit bis Neues Reich
    5. Ausklang: Der Abu Ballas-Weg in nachpharaonischer Zeit
  • Zusammenfassungen (dt., engl., franz. & arab.)
  • Anhänge
  • Anmerkungen
  • Katalog der Fundplätze
  • Katalog der Gefäßmarken
  • Literaturverzeichnis
  • Abbildungsnachweis

Contents:

  • Vorwort und Danksagung
  • Einführung
    1. Gegenstand, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
    2. Forschungsgeschichte
    3. Vom Abu Ballas zum Abu Ballas-Weg: Die Entdeckungen C. Bergmanns
      und die Arbeiten im Rahmen des Kölner ACACIA-Projektes
    4. Technische Anmerkungen
  • Teil I: Der Weg und seine Spuren
    1. Von Dachla zum Gilf Kebir: Eine virtuelle Begehung
    2. Fundgut und Chronologie
    3. Nachtrag: Ergebnisse der Frühjahrskampagne 2006
    4. Synthese: Die pharaonischen Nutzungsphasen des Abu Ballas-Weges
      und ihre Charakteristika aus archäologischer Sicht
  • Teil II: Die praktische Nutzung des Weges
    1. „Tankstellen“ in der Wüste: Die Funktion der Keramikdepots und die Frage
      nach den klimatisch-naturräumlichen Gegebenheiten in pharaonischer Zeit
    2. Depotkapazitäten und Transportvolumen
    3. Asinaria
    4. Zur Anlage und Verteilung der Hauptversorgungsstationen
    5. Weitere praktische Aspekte
    6. Zusammenfassung und Wertung: Aufwand und Effektivität der
      pharaonenzeitlichen Unternehmungen
  • Teil III: Funktion und Bedeutung des Abu Ballas-Weges im historischen Kontext
    1. Prolegomena
    2. Spätes Altes Reich / Erste Zwischenzeit
    3. Zur Situation während des Mittleren Reiches
    4. Zweite Zwischenzeit bis Neues Reich
    5. Ausklang: Der Abu Ballas-Weg in nachpharaonischer Zeit
  • Zusammenfassungen (dt., engl., franz. & arab.)
  • Anhänge
  • Anmerkungen
  • Katalog der Fundplätze
  • Katalog der Gefäßmarken
  • Literaturverzeichnis
  • Abbildungsnachweis

Rezensionen:

Shaw, I. (2016). Frank Förster. Der Abu Ballas-Weg. Eine pharaonische Karawanenroutedurch die Libysche Wüste (Africa Praehistorica 28). 2015. 620 pages, 376 colour and b&w illustrations, 23 tables. Köln: Heinrich Barth Institute; 978-3-927688-42-1 hardback €78. Antiquity, 90(353), 1405–1406. DOI: 10.15184/aqy.2016.153 

Khalifa, E. (2017). Book Review: Der Abu Ballas-Weg: Eine pharaonische Karawanenroute durch die Libysche Wüste. By Förster Frank. Africa Praehistorica 28. Pp. 620. Cologne, Heinrich-Barth-Institut, 2015. ISBN 97 839 27688 42 1. Price €78. The Journal of Egyptian Archaeology, 103(1), 127–128. DOI: 10.1177/0307513317722462 

Reviews:

Shaw, I. (2016). Frank Förster. Der Abu Ballas-Weg. Eine pharaonische Karawanenroutedurch die Libysche Wüste (Africa Praehistorica 28). 2015. 620 pages, 376 colour and b&w illustrations, 23 tables. Köln: Heinrich Barth Institute; 978-3-927688-42-1 hardback €78. Antiquity, 90(353), 1405–1406. DOI: 10.15184/aqy.2016.153 

Khalifa, E. (2017). Book Review: Der Abu Ballas-Weg: Eine pharaonische Karawanenroute durch die Libysche Wüste. By Förster Frank. Africa Praehistorica 28. Pp. 620. Cologne, Heinrich-Barth-Institut, 2015. ISBN 97 839 27688 42 1. Price €78. The Journal of Egyptian Archaeology, 103(1), 127–128. DOI: 10.1177/0307513317722462 


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